Was macht eigentlich...? - ein Schatzmeister

 

Persönliche Infos

Mein Name ist Stephen Wittkamp.

Meine Frau und ich sind vor 35 Jahren aus Heidelberg nach Schwäbisch Hall gezogen. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass wir hier ein Jahr bleiben und dann wieder zurück in die Kurpfalz ziehen. Es kam anders, und heute sind wir darüber sehr froh.

Wir haben zwei erwachsene Kinder und fühlen uns beide hier fest verwurzelt.

 

Seit wann trainierst du im Budokwai?

Ich habe Anfang 1998 in der damaligen Diensttagsgruppe unter Hermann Schüttler mit dem Training im Budokwai begonnen. Das war eine tolle Gruppe, die aus etwa 7-10 Schwarzgurten und ähnlich vielen Anfängern bestand.

 

Und was trainierst du dort?

Ich trainiere seit dieser Zeit Ju-Jutsu in der Dienstagsgruppe, die seit vielen Jahren von Matthias geleitet wird. Davor hatte ich jeweils einige Jahre auch Thilo Kraft, Steffen Wittenbrock und Karsten Kallweit als Sensei. Und seit einigen Jahren komme ich auch Donnerstags zu Enno.

 

Wie bist du zum Budokwai und deinem Sport gekommen?

Nachdem unsere Kinder etwas selbständiger geworden waren, war ich auf der Suche nach einem regelmäßigen Sport, bei dem ich auch Kontakt zu anderen Menschen haben konnte. Als Kind hatte ich einige Jahre Judo betrieben. Ein Aushang beim Bäcker Sölch auf der Tullauer Höhe kündigte einen Anfängerkurs für Erwachsene an. Das wollte ich probieren und blieb dabei.

 

Was macht Ju-Jutsu für dich aus und warum trainierst du es?

Für mich ist Ju-Jutsu eine wunderbare Kombination von Körper und Geist.

Es werden sehr viele Bereiche des Menschen angesprochen. Das beginnt bei Fitness und Beweglichkeit, über Koordination und Gleichgewicht, Reaktion und Beweglichkeit, Schnelligkeit und Kraft, Körpergedächtnis und Kopf-Körper-Steuerung. Weiter geht es mit Herausforderungen an komplexe Abläufe, die einerseits als Automatismen trainiert werden, aber auch in neuen Kombinationen Kreativität und Spontanität erfordern. Das Ganze läuft dann noch über eine intensive Kooperation mit dem Trainingspartner und dem Meister, die wiederum Einfühlungsvermögen, Rücksicht und Vertrauen erfordert und trainiert.

Ich erfahre viel über meine Stärken und Schwächen und lerne meine körperlichen Grenzen kennen (insbesondere, da meine Trainingspartner zum Teil über 40 Jahre jünger sind als ich). 

Man lernt durch Beobachtung, Imitation, Übung, Probieren, gegenseitige Anleitung und Kontrolle bis hin zur mentalen Einstellung und Durchdringung einer Aufgabenstellung. Das Training fordert von mir eine hohe Konzentration. Dadurch schalte ich im Dojo alle anderen Gedanken vollständig ab, bin ganz im hier und jetzt und fühle mich danach sehr entspannt und erholt, manchmal auch geerdet.

Der Aspekt des Kampfsportes und der Selbstverteidigung ist für mich eine Komponente dieses Sports, aber nicht die Wesentliche. Und ein weiterer sehr interessanter Aspekt ist die ernorme Vielfalt unter den Budokas. Man trifft hier auf Menschen mit einem extrem breiten und spannenden Spektrum an gesellschaftlichem und persönlichem Hintergrund.

 

Was machst du sonst in deiner Freizeit und beruflich?

Neben Ju-Jutsu gehe ich 2-3 mal die Woche zum Schwimmen im Schenkenseebad. Ferner bin ich naturbegeistert und Hobbyfotograf und Reisefreund, am liebsten alles zusammen. Dann stümpere ich seit meiner Kindheit unsystematisch, aber mit Freude auf dem Klavier. Von Beruf bin ich Arzt und arbeite als selbständiger Radiologe in einer großen Röntgenpraxis in Kitzingen und Ochsenfurt.

 

Welche Aufgaben hast du in deiner ehrenamtlichen Funktion?

Als Kassenwart bin ich für die Buchführung der Finanzen verantwortlich.

Ich veranlasse die Abbuchung der Mitgliedsbeiträge und sammele alle Rechnungen, die für den Verein anfallen.

 

Was reizt dich an dieser Aufgabe?

Lange Zeit habe ich von der ehrenamtlichen Arbeit anderer im Verein profitiert. Jetzt kann ich auch mal einen eigenen Beitrag leisten.

 

Was macht dieses Ehrenamt deiner Meinung nach aus?

Es ist eher eine bürokratische Aufgabe, nicht wirklich spannend, aber notwendig.